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Durchfallquote Approbationsprüfung Psychotherapie

Durchfallquote Approbationsprüfung Psychotherapie

Im März 2025 habe ich die neue Approbationsprüfung nach PsychThG2019 absolviert. Vorher kursierten viele Gerüchte über die Durchfallquote des vorherigen Jahrgangs umher. Manche Dozierende machten uns Angst, indem sie uns erzählte, dass 70% durchgefallen seien. Da es lange keine offiziellen Zahlen vom IMPP zur Durchfallquote der neuen Prüfung gab, habe ich mir auf die Fahne geschrieben, ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen. In diesem Artikel verlinke ich dir die mittlerweile veröffentlichen Zahlen des IMPP. Zudem präsentiere ich dir hier die Ergebnisse meiner selbst durchgeführten Online-Befragung zur Durchfallquote der neuen Approbationsprüfung im Zeitraum Frühjahr 2025.

Offizielle Angaben des IMPP zur Durchfallquote bei der Approbationsprüfung Psychotherapie

Es ist gar nicht so einfach die Durchfallquoten zur Approbationsprüfung einzusehen. Das IMPP ist nur für die schriftliche Prüfung im alten System und nur für die aoPP im neuen System zuständig. So erhalten wir zu mindest teilweise einen Einblick in die Durchfallquoten.

Das IMPP zur Durchfallquote der aoPP im Frühjahr 2025

Das IMPP hat mittlerweile erste Zahlen Veröffentlicht. Hier gelangst du zur entsprechenden Seite. Dabei beziehen sie sich allerdings nur auf die anwendungsorientierte Parcoursprüfung (aoPP), da das IMPP auch nur für diesen Prüfungsabschnitt verantwortlich ist. In einer Online Befragung haben die Landesprüfungsämter aus acht Bundesländern angaben gemacht. Dabei wird nicht erwähnt welche Bundesländer an der Befragung teilgenommen haben und ob oder inwiefern sich die Durchfallquoten zwischen den Bundesländern unterschieden. Es wird berichtet, dass 8.02% (n = 28) die aoPP im Frühjahr 2025 nicht bestanden haben (N = 349).

Zum Vergleich: Durchfallquoten der alten Prüfung

Auf der Website des IMPP sind auch die Prüfungsergebnisse sowie Bestehens- und Notengrenzen zum schriftlichen Prüfungsteil der alten Prüfung zu finden. Diese findest du hier. Im Herbst 2025 lag die Misserfolgsquote bei der schriftlichen Prüfung für Psychologische Psychotherapeuten bei 0.72% und für kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten bei 2.64%. Auch hier finden wir nur die Zahlen eines Prüfungsteils und keine Gesamtdurchfallquote der Prüfungen. Dort findest du im Archiv auch die Ergebnisse zu früheren Prüfungen.

Pilotstudie zur Parcoursprüfung (Nelles et al., 2023)

In der Pilotstudie (Nelles et a., 2023) wurde die anwendungsorientierte Parcoursprüfung simuliert. Es wurde eine hohe Durchfallquote von 59 % (N =39 Studierende) festgestellt. In zwei Parcours mit jeweils fünf Stationen wurde die therapeutische Handlungskompetenz mithilfe standardisierter Bewertungsbögen überprüft, wobei Aufwand, Schwierigkeitsgrad, Durchführbarkeit und Reliabilität analysiert wurden. Die Ergebnisse zeigten eine hohe interne Konsistenz und gute Generalisierbarkeit, jedoch stark schwankende Interrater-Reliabilität sowie einen sehr hohen personellen und organisatorischen Aufwand. Trotz erster Hinweise auf Validität und Reliabilität besteht aufgrund der hohen Durchfallquote weiterer Forschungsbedarf, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Teilnehmenden sich noch im Studium befanden und keine vollständige Prüfungsvorbereitung absolviert hatten.

Erste Einblicke in die neue Approbationsprüfung Psychotherapie nach PsychThG 2019:Durchfallquote, Herausforderungen und Implikationen (Voelkner, 2025)

Wie hoch ist die Durchfallquote der neuen Approbationsprüfung?
Wie fair ist sie im Vergleich zur alten Prüfung?
Und welche Veränderungen wünschen sich Studierende in Bezug auf das Masterstudium und das Prüfungsformat?

Diesen Fragen gehe ich in meinem Artikel „Erste Einblicke in die neue Approbationsprüfung Psychotherapie nach PsychThG 2019: Durchfallquote, Herausforderungen und Implikationen“ nach. Dazu habe ich die Daten von 66 Prüfungsteilnehmenden sowohl deskriptiv als auch qualitativ ausgewertet. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für die zukünftige Gestaltung von Lehre und Prüfungsformat – nicht nur für Studierende, sondern auch für Hochschulen, Landesprüfungsämter und politische Entscheidungsträger:innen.

Ich fasse hier einmal die wichtigsten Aspekte zur Durchfallquote der neuen Prüfung aus meinem Artikel für dich zusammen. Du kannst dir jedoch auch den gesamten Artikel als PDF herunterladen. In einem anderen Blogartikel werde ich intensiver auf die Erfahrungsberichte der einzelnen Personen eingehen und die Fairness der neuen Prüfung einschätzen. Diesen Verlinke ich dir nach der Veröffentlichung hier.

Abstract

Mit der Reform des Psychotherapeutengesetzes im Jahr 2019 wurde die Approbationsprüfung Psychotherapie in Deutschland grundlegend neu gestaltet. Ziel der vorliegenden Studie war es, erste empirische Erkenntnisse zu der Durchfallquote, der subjektiven Prüfungserfahrung und der wahrgenommenen Prüfungsvorbereitung unter realen Prüfungsbedingungen zu gewinnen. Im Rahmen einer anonymen Online-Erhebung (N = 66) wurden Absolvent:innen der neuen Approbationsprüfung zu ihrem Prüfungserfolg, ihrer subjektiven Vorbereitung sowie zur Schwierigkeit der Prüfung befragt. Die Ergebnisse zeigen eine Durchfallquote von 22.73 %, wobei die meisten Durchgefallenen an der Parcoursprüfung scheiterten. Die Vorbereitung durch das Masterstudium wurde von den Befragten auf einer 10-stufigen Skala im Mittel mit M = 6.77 (SD = 2.13) bewertet. Die Schwierigkeit der Approbationsprüfung wurde auf einer 10-stufigen Skala durchschnittlich mit M = 5.97 (SD = 2.51) eingeschätzt. Die qualitativen Angaben der Teilnehmenden weisen auf Unterschiede in der Durchführung der Prüfung sowie auf variierende praktische Vorerfahrungen hin. Zudem wurden Angaben zur hochschulischen Vorbereitung auf die Prüfung gemacht, in denen unter anderem fehlende praxisbezogene Lernangebote genannt wurden. Diese Aspekte legen potenzielle Ansatzpunkte für eine stärkere Standardisierung des Prüfungsformats sowie für eine erweiterte Verankerung praxisorientierter Lehrformate in die Hochschullehre nahe. Weitere Untersuchungen mit objektiven Leistungsdaten sind erforderlich, um Validität und Fairness der neuen Prüfungsstruktur systematisch zu prüfen.

Du möchtest deine Prüfungsvorbereitung noch optimieren?

Mit meinem Lernpodcast kannst du immer und überall Prüfungswissen wiederholen.

Stichprobe

  • N = 66 Personen
  • Alle Teilnehmenden haben die neue Approbationsprüfung Psychotherapie nach PsychThG2019 absolviert
  • die meisten haben die Prüfung in Hamburg (n = 29, 43.94 %) und Berlin (n = 20, 30.30 %) absolviert
Durchfallquote Approbationsprüfung Psychotherapie - Abbildung: Anzahl der Teilnehemenden nach Bundesländern

Hauptergebnis – Durchfallquote

Von den Befragten berichteten 51 Personen (77.27 %), die Approbationsprüfung bestanden zu haben, während 15 Personen (22.73 %) angaben, diese nicht bestanden zu haben. Eine differenzierte Betrachtung der nicht bestandenen
Prüfungsteile ergab, dass 11 Teilnehmende (16.68 %) die anwendungsorientierte
Parcoursprüfung und 4 Teilnehmende (6.06 %) die Mündlich-Praktische Fallprüfung nicht bestanden hatten.

Diskussion

Mit einer Durchfallquote von 22.73 % weist das neue Prüfungsformat eine deutlich höhere Misserfolgsrate auf als die bisherige Approbationsprüfung, bei denen die durchschnittliche Durchfallquote zwischen 2004 und 2013 bei lediglich 3.74 % lag (Siegel, 2013). Besonders auffällig ist, dass ein Großteil der nicht bestandenen Prüfungen auf die anwendungsorientierte Parcoursprüfung
zurückzuführen ist. […] Die deutlich erhöhte Durchfallquote im Vergleich zu den bisherigen Prüfungen legt nahe, dass das veränderte Prüfungsformat ein entscheidender Faktor sein könnte. Es ist jedoch bislang unklar, ob diese Quote primär durch die objektiven Anforderungen der Prüfung, die unzureichende
Vorbereitung oder durch externe Faktoren wie Prüfungsangst und Unsicherheit im Umgang mit dem neuen Format bedingt ist. Trotz erster Hinweise auf eine akzeptable Reliabilität und Validität (Nelles et al., 2023) bleibt die Frage nach der Objektivität dieser Prüfungsform weiterhin offen.
[die vollständige Diskussion findest du im PDF]

Gesamten Artikel als PDF downloaden und lesen

Das Literaturverzeichnis, meine Implikationen und Limitationen der Studie findest du im PDF. Lade dir das PDF kostenlos herunter, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Warum fallen bei der neuen Prüfung mehr durch als bei der alten?

Diese Frage stellen sich vermutlich die meisten nach der Gegenüberstellung der Durchfallquoten von neuer und alter Prüfung. Hier kann man nur spekulieren. Mögliche Gründe sind:

  • es handelt sich um ein neues Prüfungsformat
    • Universitäten und Landesprüfungsämter müssen sich auf ein ganz neues Prüfungsformat einstellen
    • es wird ein paar Durchgänge dauern, bis alle Universitäten ihre Lehrpläne angepasst haben
    • alle Beteiligten sind auf unser Feedback angewiesen (also teilt meinen Artikel gerne fließig)
  • Studierende treten mit unterschiedlichen Voraussetzungen zur Prüfung an
    • einige Universitäten bieten Prüfungssimulationen an, andere nicht
    • es werden (leider) unterschiedliche Erfahrungen im BTQ-III gemacht
      • einige erthalten mehr Möglichkeiten mit Patient:innen zu interargeiren und Gesprächsführung zu üben als andere
  • Ungenauigkeiten bei der Durchführung
    • verschiedene Schauspielpatienten spielen dieselbe Rolle teilsweise unterschiedlich schwierig
    • nach zahlreichen unterschiedlichen Erfahrungsberichten scheint die Durchführung und auch die Bewertung der mündlich-praktischen Fallprüfung eher subjektiv zu sein

Wie fair ist die neue Approbationsprüfung Psychotherapie?

Ich habe mich mit vielen Prüflingen ausgetauscht und auch in meiner Online-Befragung qualitative Daten zum Thema Fairness gesammelt. Wie haben Prüflinge die Prüfung empfunden? Ist die Prüfung subjektiv oder unausgereift? Lies dir gerne meinen o.g. Artikel dazu durch und lade dir das PDF herunter. Wenn dich das Thema interessiert, höre doch gerne in meine Podcast-Folge #57 Wie fair ist die neue Approbationsprüfung? Erfahrungen, Zahlen und was sich ändern sollte rein.

Was sollte sich ändern?

  • stärkere Standardisierung der Durchführung und Bewertung der Approbationsprüfung zur Sicherung von Chancengleichheit
  • einheitlichere und transparentere Prüfungsvorbereitung im Rahmen des Studiums
  • gezielte Integration praxisbezogener Lehrformate an den Hochschulen
  • Einführung prüfungsvorbereitender Module, insbesondere mit Rollenspielen und simulierten Prüfungssituationen
  • frühzeitige und systematische Vermittlung praktischer Kompetenzen (z. B. Gesprächsführung, Diagnostik, Krisenintervention)
  • stärkere Verzahnung von Theorie und Praxis im Studium
  • Berücksichtigung bewährter Vorbereitungsstrategien der Studierenden (Lerngruppen, strukturierte Lernpläne, digitale Tools) bei der Weiterentwicklung von Lehr- und Prüfungskonzepten

Von einigen Studierenden habe ich erfahren, dass einzelne Universitäten inzwischen bereits mehrere der genannten Aspekte umsetzen, etwa Prüfungssimulationen oder spezielle Module zur Prüfungsvorbereitung. Diese Entwicklungen sind sehr zu begrüßen. Gleichzeitig plädiere ich jedoch für eine bundesweit einheitliche Umsetzung solcher Maßnahmen, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Da es sich um eine staatliche Prüfung handelt, sollte sie für alle Prüfungsteilnehmenden unter vergleichbaren Voraussetzungen stattfinden.

Bleibe Up to Date…

Verpasse keine wichtigen Updates zur Approbationsprüfung Psychotherapie

Erfolgreiche Vorbereitung auf die Approbationsprüfung Psychotherapie

In meinem Lernpodcast gebe ich dir hilfreiche Tipps, wie du dich auf die Approbationsprüfung nach PsychThG 2019 vorbereiten kannst. Mittlerweile kannst du dort über 60 Podcast-Folgen anhören. Einige Folgen befassen sich spezifisch mit Aspekten der neuen Approbationsprüfung. Die meisten Folgen sind jedoch sowohl für das alte als auch für das neue System sinnvoll. Ich habe dir dort die Störungsbilder, Störungsmodelle, Leitlinien und vieles mehr mündlich zusammengefasst. So kannst du neben deinem eigentlichen Lernkonzept auch Zeiträume zum Lernen nutzen, in denen es dir vorher nicht möglich war – zum Beispiel beim Einkaufen, Pendeln, Kochen oder Spazierengehen. Durch das auditive Lernen kommt zudem eine weitere Sinnesmodalität hinzu, über die dein Gehirn das Gelernte verarbeitet. Neben meinem Lernpodcast biete ich dir mit meiner Discord-Community und meiner Website noch weitere Hilfestellungen für deine optimale Prüfungsvorbereitung. Vernetze dich in meiner Discord-Community ganz leicht mit angehenden Psychotherapeut*innen aus ganz Deutschland, kläre deine Fragen, finde Lernbuddys und vieles mehr.

Häufige Fragen zur Durchfallquote der Approbationsprüfung Psychotherapie

Das IMPP hat folgende Zahlen veröffentlich:

  • 8.02% (n = 28) Personen haben die aoPP im Frühjahr 2025 nicht bestanden haben (N = 349).
  • Im Herbst 2025 lag die Misserfolgsquote bei der schriftlichen Prüfung für Psychologische Psychotherapeuten bei 0.72% und für kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten bei 2.64%.

Eine Pilotstudie zur aoPP ergab eine Durchfallquote von 59% (N = 39). Hierbei wurden jedoch Studierende ohne vollständige Prüfungsvorbereitung in einer Simulationsprüfung mit zwei Stationen geprüft.

Eine Online-Erhebung zur neuen Approbationsprüfung im Frühjahr 2025 (Voelkner, 2025) ergab eine Durchfallquote von 22.73 % (N = 66). Eine differenzierte Betrachtung der nicht bestandenen Prüfungsteile ergab, dass 11 Teilnehmende (16.68 %) die anwendungsorientierte Parcoursprüfung und 4 Teilnehmende (6.06 %) die Mündlich-Praktische Fallprüfung nicht bestanden hatten.

Erste Studien deuten auf eine akzeptable Reliabilität der Parcoursprüfung hin. Bisher gibt es keine öffentlich zugänglichen Ergebnisse zru Objektivität der Prüfung. Studierende berichten von unterschiedlichen Erfahrungen im Schwierigkeitsgrad der Schaulspielpatienten sowie unterschiedlicher Durchführung der mündich-praktischen Fallprüfung. Weitere empirische Untersuchungen sind notwendig, um die Fairness und Vergleichbarkeit der neuen Prüfungsstruktur verlässlich zu beurteilen.

Die erhöhte Durchfallquote kann mit mehreren Faktoren im Zusammenhang stehen: dem neuen praxisorientierten Prüfungsformat, unterschiedlich ausgeprägten Vorbereitungsmöglichkeiten an den Hochschulen sowie variierenden praktischen Vorerfahrungen der Studierenden. Zudem berichten Prüflinge von Unterschieden in der Durchführung und Bewertung der Prüfung, was sich auf die Bestehensquoten auswirken kann. Es gibt dazu bisher keine wissenschaftlichen Befunde.

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