Inhalte des Artikels
- 1 Mündlich praktische Fallprüfung (MPF)
- 2 Anwendungsorientierte Parcoursprüfung (aoPP)
- 3 Die Approbationsprüfung im Nachgang: Noten, Akteneinsicht & Anfechtung
- 4 Erfolgreiche Vorbereitung auf die Approbationsprüfung Psychotherapie
- 5 Häufige Fragen zur Approbationsprüfung Psychotherapie
- 5.1 Wie ist die Approbationsprüfung Psychotherapie nach PsychThG2019 aufgebaut?
- 5.2 Wie oft kann man die neue Approbationsprüfung Psychotherapie wiederholen?
- 5.3 Ist die Note der Approbationsprüfung Psychotherapie relevant?
- 5.4 Wann erhält man das Ergebnis der aoPP?
- 5.5 Kann man gegen das Ergebnis der Approbationsprüfung Psychotherapie Widerspruch einlegen?
Die Approbationsprüfung Psychotherapie ist seit Inkrafttreten des reformierten Psychotherapeutengesetzes (PsychThG) im Jahr 2019 grundlegend neu strukturiert. Sie findet nun nach dem Masterstudium und vor der fachpsychotherapeutischen Weiterbildung statt und nicht wie zuvor erst nach der Psychotherapeuten-Ausbildung. Die Approbationsprüfung Psychotherapie besteht aus zwei praktisch-klinischen Prüfungsformaten: der Mündlich-Praktischen Fallprüfung (MPF) und der Anwendungsorientierten Parcoursprüfung (aoPP). Eine schriftliche Prüfung gibt es nicht mehr. In diesem Artikel erfährst du, wie die Approbationsprüfung Psychotherapie nach PsychThG2019 abläuft, welche Inhalte in MPF und aoPP geprüft werden, wie die Bewertung erfolgt und was nach der Prüfung bei Bestehen oder Nichtbestehen zu beachten ist.
Mündlich praktische Fallprüfung (MPF)
Dieser Prüfungsabschnitt stellt deine Fähigkeit zur fallbezogenen Analyse und zur klinischen Argumentation auf Basis eigener Anamnesen unter Beweis und findet in einem Fachgespräch mit zwei Prüfenden statt.
Ablauf & Inhalte der MPF
- Du reichst vier selbst erstellte Patientenanamnesen ein. Diese basieren auf echten Fällen, die du in deinem BTQ-III begleitet hast. In der Prüfung wirst du zu einer deiner Anamnesen befragt. Welche Anamnese ausgewählt wurde, erfährst du zu Beginn des Gesprächs.
- Bis jetzt scheint es sehr unterschiedlich zu sein, ob und wie lange du deinen Fall zu Beginn der Prüfung vorstellen sollst (die Angaben aus Erfahrungsberichten variieren je nach Universität zwischen 0 bis 20 Minuten).
- Während der 45-minütigen Prüfung wirst du mit drei Fragetypen konfrontiert:
- Fallspezifische Fragen zu deiner Anamnesen
- Fallübergreifende Fragen, z. B. Fragen zu Störungsbildern oder Störungsmodellen, die du in deiner Anamnese erwähnt hast
- Allgemeine Fragen (Grundlagen der Psychologie, Statistik, evidenzbasierte Praxis etc.)
Aus einer Vielzahl von Erfahrungsberichten, die mich erreicht haben, wird deutlich, dass Prüfer*innen teilweise spontan im Gesprächsverlauf Fragen formulieren. Diese ergeben sich aus dem Gespräch heraus. Mein Tipp daher: lenke das Gespräch auf die Themen, mit denen du dich am besten auskennst.
Bewertung der MPF
Die Note wird dir direkt im Anschluss mitgeteilt.
- Die schriftlich eingereichte Anamnese zählt 10 %, die mündliche Leistung 90 % der Gesamtnote.
- Zwei unabhängige Prüfer bewerten dich mit einer Note von 1–6.
- Bestanden hast du mit der Note 4 oder besser.
Anwendungsorientierte Parcoursprüfung (aoPP)
Diese Prüfung testet deine klinisch-praktischen Kompetenzen an zwei aufeinanderfolgenden Stationen – mit Fokus auf realitätsnahe Patientensituationen. In diesem Prüfungsabschnitt durchläufst du zwei Stationen à 30 Minuten. Vorab erhältst du eine 30-minütige Bearbeitungszeit, in der du dich auf beide Stationen vorbereiten kannst (laut Erfahrungsberichten scheint die Vorbereitungszeit vereinzelnt in wenigen Bundesländern abzuweichen). Dazu erhältst du jeweils eine Fallvignette und ggf. zusätzliche Hilfsmittel, wie einen Ausschnitt aus den Leitlinien oder aus dem ICD-10.
Struktur & Inhalte der aoPP
Du durchläufst 2 Stationen à 30 Minuten. Zwischen den Stationen liegt eine kurze Wechselzeit von 5 Minuten.
Es werden diese 5 Kompetenzbereiche geprüft:
- Patientensicherheit
- Diagnostik
- Patienteninformation und -aufklärung
- Leitlinienorientierte Behandlungsempfehlungen
- Therapeutische Beziehungsgestaltung (immer enthalten)
Jede Station enthält mehrere Teilaufgaben, die du dir in den 30 Minuten eigenständig einteilen musst. Das heißt: in beiden Stationen werden je zwei der ersten vier Kompetenzbereiche geprüft sowie zusätzlich die Therapeutische Beziehungsgestaltung.
Vorab bekommst du 30 Minuten Vorbereitungszeit, um dich mit den Prüfungsfällen und Materialien vertraut zu machen.
In ca. 20 % der Prüfungen können Themen aus dem Kinder- und Jugendlichenbereich (KJP) vorkommen – es ist aber auch möglich, dass keine KJP-Aufgabe gestellt wird.
Materialien in der Prüfung:
- Fallvignetten mit standardisiertem Eröffnungssatz
- Fachliche Hilfsmittel, wie Leitlinien, ICD-10 oder Vorbefunde
Bewertung der aoPP
- Das Prüfungsergebnis erhältst je nach Bundesland einige Wochen später (in HH sind es ca. 14 Tage)
- Du erhältst dein Prüfungsergebnis erst nach Einreichen deiner Masterurkunde
- Auch hier bewerten dich zwei Prüfer*innen unabhängig voneinander.
- An beiden Stationen musst du mindestens 50 % der Punkte erreichen.
Beispielaufgaben und Hinweise zur aoPP vom IMPP
Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) ist für die Ausgestaltung der Prüfungsaufgaben in der aoPP verantwortlich. Das IMPP stellt auf seiner Website Beispielaufgaben für die aoPP zur Verfügung und stellt in einem PDF die Anforderungen der fünf Kompetenzbereiche vor.
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Die Approbationsprüfung im Nachgang: Noten, Akteneinsicht & Anfechtung
Viele versteifen sich darauf, eine besonders gute Note zu erreichen oder machen sich Sorgen, was passiert, wenn man „nur mit einer 4“ besteht. Zudem fragen sich einige: was passiert eigentlich falls ich durchfalle?
Wie entscheidend ist die Note in der Approbationsprüfung?
Im Psychologiestudium herrscht ein enormer Notendruck. Im Vergleich zu anderen Studiengängen streben viele Psychologiestudierende die 1.0 an, während beispielsweise in naturwissenschaftlichen Studiengängen einige Studierende froh sind, eine Prüfung mit 4.0 bestanden zu haben. Bei der Approbationsprüfung ist es anders als im Studium. Die Note ist nicht ausschlaggebend dafür, ob du einen Job bzw. Weiterbildungspatz bekommst oder nicht. Denn die Note ist überhaupt nicht auf der Approbationsurkunde zu sehen. Ich möchte damit nicht sagen, dass du dich nicht anstrengen musst. Ich möchte dir jedoch etwas Angst nehmen. Die Approbationsprüfung ist nicht mit anderen Prüfungen im Studium zu vergleichen. Trotz überdurchschnittlichen Noten im Studium war ich bei der Approbationsprüfung total aufgeregt. Die Approbationsprüfung ist eine Momentaufnahme und Aspekte, wie Aufregung, Müdigkeit, psychische Belastung etc. wirken sich darauf aus. Natürlich wirken diese Faktoren auch bei Prüfungen im Studium. Jedoch fallen einzelne Fehlleistungen im Studium nicht so sehr ins Gewicht, wie bei der Approbationsprüfung, die lediglich an zwei Tagen stattfindet. Fokussiere dich nicht zu sehr auf das Erreichen einer bestimmten Note, sondern auf deine Fähigkeiten als Psychotherapeut*in.
Was passiert, wenn ich durchgefallen bin?
Solltest du einen oder beide Teile der Approbationsprüfung Psychotherapie nicht bestehen, ist das kein Grund zur Sorge: Du kannst die Prüfung bis zu zwei Mal wiederholen.
Wichtig: Die Parcoursprüfung (aoPP) gilt insgesamt als nicht bestanden, wenn du nur eine der beiden Stationen nicht bestehst. In diesem Fall musst du die komplette aoPP wiederholen – auch wenn du eine Station bestanden hattest.
Wenn du nur einen Abschnitt (z. B. die Mündlich-Praktische Fallprüfung oder die Anwendungsorientierte Parcoursprüfung) nicht bestehst, musst du auch nur diesen Teil erneut absolvieren.
Du bist automatisch für den nicht-bestandenen Prüfungsteil im nächsten Prüfungszeitraum angemeldet. Der Zweitversuch zählt auch bei Nichtantritt als Versuch. Solltest du im nächsten Zeitraum nicht antreten wollen, benötigst du ein ärztliches Attest.
Einsichtnahme in die Prüfungsakte
Du kannst ganz unkompliziert eine Einsichtnahme beantragen, um deine Bewertungsbögen einzusehen. Die Einsichtnahme ist in der Approbationsordnung für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (PsychThApprO) im §32 (Aufbewahrung von Prüfungsunterlagen und Einsichtnahme) geregelt. Für die Einsichtnahme musst du einen schriftlichen Antrag bei der zuständigen Stelle (z.B. dem Landesprüfungsamt) stellen.
Kann ich das Prüfungsergebnis anfechten?
Ja, du kannst das Prüfungsergebnis anfechten bzw. Widerspruch einlegen. Ich habe keine offiziellen Information zum Vorgehen bei einem Widerspruch gefunden. Meine Informationen habe ich in diesem Fall von Berichten einzelner Personen erhalten, die einen Widerspruch eingelegt haben. Meine Angaben sind daher alle ohne Gewähr. Es scheint eine Frist zu geben, bis zu welcher du die Möglichkeit hast, Widerspruch einzulegen. Bei mangelhafter Dokumentation von Seiten der Prüfer*innen scheinen bessere Chancen zu bestehen. Der Prozess der Anfechtung nimmt einige Monate in Anspruch und dauert teilweise bis kurz vor dem nächsten Prüfungszeitraum. Die Erfolgschancen sind unterschiedlich und abhängig davon, wie knapp du durchgefallen bist. Es scheint daher sinnvoll zu sein, sich trotz Anfechtung auf die Wiederholungsprüfung vorzubereiten.
Erfolgreiche Vorbereitung auf die Approbationsprüfung Psychotherapie
In meinem Lernpodcast gebe ich dir hilfreiche Tipps, wie du dich auf die Approbationsprüfung nach PsychThG 2019 vorbereiten kannst. Mittlerweile kannst du dort über 60 Podcast-Folgen anhören. Einige Folgen befassen sich spezifisch mit Aspekten der neuen Approbationsprüfung. Die meisten Folgen sind jedoch sowohl für das alte als auch für das neue System sinnvoll. Ich habe dir dort die Störungsbilder, Störungsmodelle, Leitlinien und vieles mehr mündlich zusammengefasst. So kannst du neben deinem eigentlichen Lernkonzept auch Zeiträume zum Lernen nutzen, in denen es dir vorher nicht möglich war – zum Beispiel beim Einkaufen, Pendeln, Kochen oder Spazierengehen. Durch das auditive Lernen kommt zudem eine weitere Sinnesmodalität hinzu, über die dein Gehirn das Gelernte verarbeitet. Neben meinem Lernpodcast biete ich dir mit meiner Discord-Community und meiner Website noch weitere Hilfestellungen für deine optimale Prüfungsvorbereitung. Vernetze dich in meiner Discord-Community ganz leicht mit angehenden Psychotherapeut*innen aus ganz Deutschland, kläre deine Fragen, finde Lernbuddys und vieles mehr.
Häufige Fragen zur Approbationsprüfung Psychotherapie
Wie ist die Approbationsprüfung Psychotherapie nach PsychThG2019 aufgebaut?
Die Approbationsprüfung Psychotherapie besteht aus zwei Teilen:
Eine schriftliche Prüfung ist nicht vorgesehen.
Wie oft kann man die neue Approbationsprüfung Psychotherapie wiederholen?
Nicht bestandene Teile der Approbationsprüfung Psychotherapie können bis zu zwei Mal wiederholt werden. Wird nur ein Prüfungsteil nicht bestanden, muss ausschließlich dieser Teil erneut abgelegt werden.
Ist die Note der Approbationsprüfung Psychotherapie relevant?
Nein. Die Note der Approbationsprüfung Psychotherapie erscheint nicht auf der Approbationsurkunde und ist in der Regel nicht ausschlaggebend für die Vergabe von Weiterbildungsplätzen oder Stellen.
Wann erhält man das Ergebnis der aoPP?
Das Ergebnis der Anwendungsorientierten Parcoursprüfung (aoPP) wird je nach Bundesland einige Wochen nach der Prüfung bekannt gegeben. In manchen Bundesländern erfolgt die Mitteilung nach etwa 14 Tagen.
Kann man gegen das Ergebnis der Approbationsprüfung Psychotherapie Widerspruch einlegen?
Ja, gegen das Ergebnis der Approbationsprüfung Psychotherapie kann Widerspruch eingelegt werden. Die Erfolgsaussichten hängen unter anderem von der Dokumentation der Prüfung und der erreichten Punktzahl ab.
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